
Blaum Dettmers Rabstein ist eine Full-Service-Kanzlei mit Standorten in Bremen, Hamburg und München. Das Beratungsspektrum reicht von Transport- und Seerecht über IT- und Arbeitsrecht bis hin zu handels- und wirtschaftsrechtlichen Fragestellungen. Viele Mandate bewegen sich dabei in internationalen Zusammenhängen und erfordern daher nicht nur spezialisiertes Know-how, sondern auch hohe Koordination und konsistente Prozesse.
Zwei Anwälte prägen den praxisnahen Legal-Tech-Ansatz der Kanzlei besonders: Jan-Malte Böttcher und Tom Gördes. Beide bringen Perspektiven mit, die fest im Kanzleialltag verankert sind und durch ungewöhnliche Hands-on Karrierewege geprägt wurden.
Jan-Malte Böttcher ist seit fast zehn Jahren Teil von Blaum und seit drei Jahren Partner. Als Fachanwalt für IT-Recht sowie Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht beschäftigt er sich in der täglichen Praxis jedoch weniger mit standardisierten Gesellschaftsstrukturen, sondern vor allem mit komplexen, oft neuartigen Konstellationen, die sich nicht einfach über Vorlagen abbilden lassen und für die es häufig noch keine etablierten Muster gibt.
„Ich mache die Themen, bei denen man über das Dokument hinausdenken muss: Strukturen, Konsequenzen, Compliance, EU-Anforderungen.“
Tom Gördes’ Weg in die Juristerei war alles andere als klassisch. Wie er selbst sagt:
„Ich wollte eigentlich Nautik studieren und zur See fahren.“

Tom Gördes ist seit 2019 bei Blaum, zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter, dann als Referendar und heute als Anwalt. Seine Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle zwischen transportbezogenen Fragestellungen, IT-Recht und prozessintensiver Beratung. Früh suchte Tom gezielt operative Einblicke, arbeitete in-house, half beim Aufbau einer Kanzlei mit und beschäftigte sich intensiv damit, wie sich juristische Prozesse effizienter gestalten und automatisieren lassen.
Gemeinsam ist beiden klar: Legal Tech ist für sie kein Experiment, sondern ein strategischer Bestandteil moderner Rechtsberatung. Sie verstehen Technologie als Infrastruktur, um Qualität zu sichern und juristische Expertise skalierbar nutzbar zu machen.
Anwendungsfälle für KI in der Kanzlei
Mit BEAMON AI hat Blaum schnell einige besonders prägnante Anwendungsfelder identifiziert, in denen getestet und dann zunehmend produktiv gearbeitet wird. Gleichzeitig zeigt sich im Kanzleialltag immer deutlicher, dass die Einsatzmöglichkeiten weit darüber hinausreichen und sich mit jeder neuen Anwendung kontinuierlich erweitern.
I. Dokumentenintensive Analyse
Tom beschreibt Fälle aus dem Transportbereich, in denen Lieferscheine und Rechnungen über tausende Seiten ausgewertet werden müssen. Früher bedeutete das eine tagelange manuelle Prüfung. Manche Mandanten waren bereit, dafür aufzukommen, manche aber auch nicht. Nötig war es trotzdem.
„Da habe ich mich früher hingesetzt und tagelang alles einzeln abgehakt. Mittlerweile lasse ich mir innerhalb von Minuten eine Vorauswertung geben.“
Mit BEAMON lassen sich diese ersten Bewertungen fast per Mausklick erstellen, das reduziert manuelle Aufwände enorm und schafft Freiraum für die inhaltliche juristische Arbeit, dort, wo menschliche Expertise dem Mandanten Wert stiftet.
II. Wenn es noch keine Muster gibt: Struktur für neue Rechtsthemen
Jan-Maltes Mandate beginnen oft dort, wo Fragen neu, unübersichtlich und noch kaum kommentiert sind, etwa bei neuen Regulierungen oder branchenspezifischen Compliance-Anforderungen. Da ist es hilfreich, einen Erstentwurf, eine grobe Struktur, oder einen Sparringspartner zu haben. Wie er erklärt:
„Ich will nicht, dass die KI für mich denkt. Ich will eine Richtung: Wo schaue ich hin, was muss ich bedenken, wie strukturiere ich das Thema?“
BEAMON wirkt hier als Orientierungsebene, die Teams hilft, regulatorisches Neuland schneller zu erschließen, bevor die eigentliche juristische Vertiefung beginnt.
III. Arbeitsoptimierung und Orientierung mit KI
Neben Analyse und Recherche spielt künstliche Intelligenz bei Blaum eine zunehmend praktische Rolle im Kanzleialltag. Jan-Malte beschreibt, wie er nach Mandantengesprächen zunächst ungeordnet Notizen sammelt und BEAMON daraus erste strukturierte Vertragsgrundgerüste erstellen lässt.
„Ich kann erst einmal frei und ungebunden, ohne Punkt, Komma und Sortierung sagen, was ich will, und es wird mir sortiert und in einem richtigen deutschen Satz am Ende präsentiert.“
Auch Tom nutzt BEAMON AI als Denk- und Formulierungspartner:
„Du musst ja nicht die KI darum bitten, das Problem für dich zu lösen, aber lass dir doch mal helfen als Sparringspartner.“
BEAMON AI unterstützt dabei nicht nur mit Formulierungshilfen, sondern auch mit kontrollierter Kreativität: neue Perspektiven, alternative Argumentationslinien oder Impulse, die helfen, aus Standardmustern auszubrechen. Tom beschreibt diesen Effekt so:
„Es ist recht simpel: BEAMON hilft mir und vielen anderen Kollegen dabei, Dinge zu bedenken, die man sonst vielleicht nicht bedacht hätte. Oder nochmal eine andere Perspektive einzunehmen.“
Einsatzbereiche sind inzwischen nicht nur in der Vertragsgestaltung, sondern in mehreren anderen Rechtsgebieten der Kanzlei, vom Arbeitsrecht über gesellschaftsrechtliche Strukturen bis hin zu einzelnen Transportrechts- und Compliance-Fragen.

IV. KI in der Mandantenkommunikation
Beide Anwälte betonen, dass KI bei Blaum nicht nur interne Abläufe verändert, sondern auch die Mandantenerfahrung. Schnellere Zusammenfassungen, klarere nächste Schritte und höhere Reaktionsgeschwindigkeit machen sich unmittelbar bemerkbar. Tom erinnert sich:
„Mandanten bekommen fünf Minuten nach dem Call die Zusammenfassung und fragen: Wie schnell können Sie tippen? Das spart mir 90 Minuten Arbeit.“
BEAMON AI unterstützt dabei, solche Follow-ups effizient zu automatisieren, sodass Responsivität Teil der Servicequalität wird, nicht zusätzlicher Zusatzaufwand.
Für beide Anwälte bei Blaum ist aber auch klar: KI ersetzt keine juristische Beurteilung. Sie reduziert Reibung und schafft Raum für strategische Beratung.
V. Sensible Vertragsdaten schneller finden
Ein anschauliches Beispiel für den praktischen Einsatz von BEAMON AI zeigte sich in einer Due-Diligence-Situation: Rund 600 Dokumente mussten kurzfristig darauf geprüft werden, ob spezifische Angaben wie Bankverbindungen oder Vertragsdetails enthalten sind, und ob diese bestimmten Anforderungen entsprechen.
Anstatt die Daten manuell aus hunderten geschwärzten Seiten zu erarbeiten, nutzte Jan-Malte BEAMON Extract um die Dokumente gesammelt auszuwerten und relevante Stellen automatisch sichtbar zu machen. Die Ergebnisse konnten sofort strukturiert geprüft werden und Jan-Malte demonstrierte die Auswertung sogar live im Gespräch mit dem Mandanten.
„Wir sparen Mandanten Zeit, die sie nicht für unsinnige Arbeit bezahlen müssen und investieren unsere Kapazität in die wirklich substanziellen Fragen.“
In solchen Projekten wird deutlich, wie Technologie juristische Teams entlasten kann: Routineaufgaben werden beschleunigt, Prüfprozesse bleiben nachvollziehbar, und Anwältinnen und Anwälte können sich stärker auf die rechtlich entscheidenden Bewertungen konzentrieren.

Rechtsberatung der Zukunft: Unterstützt von KI, aber mehr Fokus auf Taktik, Urteilskraft und Verantwortung
Bei Blaum dient BEAMON AI als operative Ebene zwischen juristischer Expertise und wiederholbarer Umsetzung, und beide sehen weitere Anwendungsfälle. Die Begeisterung darüber, dass ein KI Assistent in so vielen Situationen im Alltag die Arbeit verbessert, korrigiert, beschleunigt, oder auch nur angenehmer macht, die spüren beide immer noch wie am ersten Tag.
Tom erzählt, wie er von BEAMON erfahren hat. „Ich hatte mich in ein Webinar eingewählt, aber war eigentlich schon am Flughafen auf dem Weg in den Urlaub. Ich fand das sehr spannend und hatte sofort Ideen für Einsatzbereiche in meiner eigenen Arbeit und der der Kanzlei und habe das auf dem Handy verfolgt.
Die Möglichkeiten haben mich so gepackt, dass mich die Flugbegleiterin am Ende eindringlich bitten musste, jetzt wirklich den Flugmodus einzuschalten.“
BEAMON AI ist bei Blaum damit zu einem festen Bestandteil moderner Kanzleiarbeit geworden und eröffnet kontinuierlich neue Möglichkeiten, juristische Expertise effizienter, konsistenter und zukunftsfähiger einzusetzen.
Blaums Haltung ist nicht, dass KI die Rolle des Anwalts ersetzt. Sie unterstützt sie. In hochspezialisierten Verfahren, streitigen Auseinandersetzungen oder Verhandlungssituationen bleibt der entscheidende Faktor menschlich: Mandantenbedürfnisse verstehen, taktisch entscheiden und rechtliche Positionen praktisch umsetzen. Tom bringt es bildlich auf den Punkt:
„KI kann das Grundgerüst vorbereiten. Aber die jahrzehntelange praktische Erfahrung entscheidet, an welchen Schrauben man wirklich drehen muss.“
BEAMON AI übernimmt repetitive Vorarbeit, aber Strategie, Verhandlungsgeschick und Verantwortung bleiben klar bei der Anwältin oder dem Anwalt. Jan-Malte ergänzt:
„Die Rechtslage ist das eine. Das ist aber oft gar nicht so sehr das Problem. Sondern was passiert praktisch, was ist der richtige nächste Schritt? Dafür wollen und brauchen Mandanten uns.“
Blaum geht davon aus, dass einfache Standardfragen künftig seltener in Kanzleien landen werden, weil Mandanten vieles vorab selbst prüfen können. Für die Kanzlei ist das keine Bedrohung, sondern eine Verschiebung hin zu höherwertiger Beratung: Mandanten sind vorinformiert, und haben mehr Fragen, mehr Ideen, aber auch gegebenenfalls unrealistische Vorstellungen. Das bedeutet für die Rechtsberatung mehr Verantwortung, und zusätzlich mehr Urteilskraft, mehr Strategie, mehr Fokus auf komplexe Mandate.
Durch die Kombination aus juristischer Urteilskraft und strukturierter Automatisierung entwickelt Blaum eine zukunftsfähige Form der Rechtsberatung: effizient, konsistent und konsequent mandantenorientiert.

Die besten Hacks: Wie man wirklich gute Ergebnisse aus KI herausholt
Beide Anwälte betonen: Die Qualität hängt stark davon ab, wie man mit dem Tool arbeitet. Über die Zeit haben Sie erfahren, was alles möglich ist. Sie verraten ein paar ihrer Tricks. Tom fasst die wichtigste Erkenntnis ganz pragmatisch zusammen:
„Ich prompte erstmal, um einen Prompt zu bekommen. Und die Ergebnisse sind deutlich besser.“
Statt mehrere Prompts zu testen, oder dialogisch Ergebnisse nachzuziehen, lässt er BEAMON AI direkt selbst helfen, Aufgaben sauber zu strukturieren und präziser umzusetzen. Er fragt also BEAMON nicht zuerst nach der Antwort, sondern nach einem geeigneten Prompt, und arbeitet mit diesem dann.
Jan-Maltes Tipp:
„Man sollte nicht nur sagen, was man will, sondern auch, was man gerade nicht als Ergebnis haben möchte.“
Oft kann man gar nicht so genau sagen, wie die gute Antwort aussieht oder was man genau erwartet. Aber man kann oft genauer sagen, was man nicht will. Probieren Sie es aus.
Wir danken Euch für das Gespräch!